In der Schweiz Bahn fahren: Das solltest du wissen!

Gruezi! Du willst zum ersten Mal in der Schweiz Bahn fahren? Dann mach dich darauf gefasst, sowohl wunderschöne Berglandschaften vorbeifahren zu sehen als auch dich ins Zugfahren (neu) zu verlieben! Die Bahn ist in der Schweiz im Grunde das, was hierzulande für viele noch das Auto ist – der normalste Weg von A nach B. Warum das so ist und welche schweizerischen Zugbesonderheiten dich erwarten, verraten wir dir im Folgenden!

Die Bahn & die Schweiz – das perfekte Paar

In keinem Land dieser Erde, abgesehen von Japan, legt man pro Person so viele Schienenkilometer zurück wie in der Schweiz: Durchschnittlich 47 mal pro Jahr steigt der oder die Schweizer*in in den Zug und fährt damit insgesamt 1739 km! Wieso sind denn die Schweizer*innen so bahnverrückt?

Dichtes Netz: Die Schweiz hat mit mehr als 5000 km Schienen auf gut 40.000 km² eins der dichtesten Bahnnetze der Welt – nur Monaco und der Vatikanstaat sind noch besser vernetzt. Zwischen größeren Städten fahren Züge in der Regel im Halbstundentakt, teilweise sogar alle Viertelstunde!

Verbund: In der Schweiz ist grundsätzlich jeder Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, wenn nicht per Bahn, dann mit dem Postauto. Bus und Bahn sind dabei keine Konkurrenten, sondern arbeiten zusammen und sind ideal aufeinander abgestimmt. Sollte sich ausnahmsweise mal ein Zug oder ein Bus verspäten, warten die Anschlüsse.

Pünktlichkeit: Apropos Verspätung – die etwa 1,25 Millionen Reisenden pro Tag kommen in der Schweiz ganz überwiegend pünktlich an, 91 % der Züge sind weniger als 3 Minuten zu spät. Als Verspätung noch mit 5 Minuten definiert wurde, kamen die SBB sogar auf 97 %! Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn ist zu 93 % pünktlich, Verspätung beginnt für sie aber erst ab 6 Minuten.

Für die Menschen: Die SBB haben zuallererst die Aufgabe, allen Schweizer*innen Mobilität zu ermöglichen – nicht, Gewinn zu erzielen. Mit 387 € pro Kopf (im Jahr 2016) investiert die Schweiz auch deutlich mehr in ihre Bahn als Deutschland, wo im Schnitt nur 64 € pro Kopf aufgewendet werden.

Zugtickets in der Schweiz

Auch bei den Tickets geht die Schweiz teils andere Wege:

Normaltickets: Eine Bahnfahrkarte heißt in der Schweiz grundsätzlich „Billett“ und kann ganz schön ins Geld gehen, wenn man kurzfristig und ohne Ermäßigung kauft. Dafür kannst du mit den „Einzelbilletten“ am Reisetag jeden Zug deiner Wahl nehmen. Buchst du frühzeitig (bis zu 60 Tage vorher) und bekommst ein Sparangebot wie das „Sparbillett“, kommst du schon ab 9 € durch die Schweiz, dann allerdings mit Zugbindung.

Abo: Jede*r zweite Schweizer*in hat ein Bahnabo – in der Regel entweder das Halbtax-Abo (in etwa unsere BahnCard 50) oder ein Generalabonnement (wie die BahnCard 100). Kein Wunder, sind sie doch im Vergleich zu Deutschland deutlich günstiger! Obendrein kannst du mit einem Abo nicht nur in der Schweiz Zug fahren, sondern auch Bergbahnen, Schiffe und Busse nutzen! Auch die Sparangebote werden mit Halbtax noch einmal günstiger.

Profi-Spartipp: Wenn für deine Zugfahrt in der Schweiz keine günstigen Tickets mehr verfügbar sind, buch doch eine längere Fahrt! Über fromAtoB etwa findest du oft grenzüberschreitende Strecken zwischen Deutschland und der Schweiz zum DB Super Sparpreis und zahlst nur 19 €. SBB-Tickets haben wir aber selbstredend auch.

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In der Schweiz Bahn fahren

Bahn-Service in der Schweiz

Nicht nur sind bei den SBB viele tolle Services schon inklusive, luxuriöse Extras kannst du zudem oft dazukaufen. Fangen wir mal mit der schlechten Nachricht an:

WLAN: Im Zug in der Schweiz hast du in der Regel kein Internet. Dafür hast du kostenloses WLAN auf den Bahnhöfen!

Einfach zugänglich: Viele Züge bieten einen besonders leichten Einstieg mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Oft findest du auch in der Bahn einen Kinderbereich, in dem, mit Kletterburg und Rutsche, die Zugfahrt wie im Fluge vergeht.

Fahrräder: Willst du dein Fahrrad ganz normal mitnehmen, wird auch in der Schweiz ein Fahrradticket (Velobillett) fällig – alternativ kannst du dir auch eine (kostenlose!) Fahrradtransporttasche am Bahnhof holen, dein Vorderrad abmontieren, beides in die Tasche tun und dein Fahrrad kostenlos mitnehmen. Einzige Voraussetzung: Die Tasche muss über oder unter deinem Sitz verstaut sein.

Fahrräder und Gepäck verschicken: Besonders bequem ist der (kostenpflichtige) Service, dein Fahrrad an irgendeinem Schweizer Bahnhof abzugeben und 2 Tage später an einem anderen Bahnhof wieder abholen zu können. Das funktioniert für viele Bahnhöfe übrigens auch mit Gepäck! Noch komfortabler wird das ganze mit 40 Fr. extra – dann wird dein Gepäck zuhause abgeholt und bis zur Zieladresse zugestellt.

Urlaub: Wer sein Generalabonnement mindestens 7 Tage lang nicht nutzt, kann es bei den SBB hinterlegen und bekommt die ungenutzte Zeit am Ende des Jahres obendrauf gerechnet.

Züge in der Schweiz

Und was erwartet dich nun während der Zugfahrt?

Hochgeschwindigkeit ist anders: Der vielen Berge wegen sind die meisten Eisenbahnstrecken kurvig und können daher nur verhältnismäßig langsam befahren werden, richtige Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt es nicht. In den Tunneln der (im Bau befindlichen) neuen Eisenbahn-Alpentransversalen NEAT sollen aber immerhin Geschwindigkeiten von 250 km/h möglich sein.

Zuggattungen: Neben internationalen Zügen – TGV, ICE, IC/EC, Railjet oder City Night Line – findest du in der Schweiz auch den InterRegio, den RE (RegioExpress) und den Voralpen-Express, einen Schnellzug zwischen St. Gallen und Luzern.

Rauchverbot? Ab Dezember 2011 wurde das Rauchen in allen Zügen der SBB verboten. In den Bahnhöfen wurden rauchfreie Zonen markiert, allerdings nur in geschlossenen Bereichen wie Tiefbahnhöfen oder Schalterhallen. Auf den Bahnsteigen ist das Rauchen normalerweise erlaubt!

Skurriles & Interessantes

Ganz hoch: Fahrgäste der Zahnradbahn zum „Jungfraujoch“ kommen in der Regel in Eis und Schnee an – die höchste Bahnstation Europas liegt auf 3454 m! Eine halbe Millionen Reisende pro Jahr treten die 9,3 km durch die verschneiten Schweizer Alpen an. Unterwegs genießen sie eine fantastische Aussicht auf die Berge Mönch, Jungfrau und den Eiger mit seiner berühmten Nordwand.

Ganz gemütlich: Wenn man schon nicht schnell sein kann … Der berühmteste Zug der Schweiz, der Glacier Express, ist auch als der langsamste Schnellzug der Welt bekannt. Acht Stunden brauchst du damit von Zermatt nach St. Moritz! Währenddessen passierst du 91 Tunnel und 291 Brücken in den Schweizer Alpen.

Ganz lang: Auch der längste Eisenbahntunnel der Welt befindet sich in der Schweiz, der Gotthard-Basistunnel: Mit 57 km Länge und bis zu 2300 m Tiefe hat dieses Schweizer Prestigeprojekt viel Zeit in Anspruch genommen – die Idee für den im Juni 2016 eröffneten Tunnel hatte der Ingenieur Carl Eduard Gruner schon im Jahr 1947.

Ganz schön: Schon von weitem sieht man die hohen Pfeiler des Landwasser-Viadukts bei Filisur in Graubünden, das Wahrzeichen der Rhätischen Bahn. Mit 65 m Höhe und 163 m Länge fügt sich der Bau hervorragend in die opulente Hochgebirgslandschaft der Albulastrecke ein. Kein Wunder, dass es 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde!

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