Europas nachhaltigste Städte − unsere Top 8

Nachhaltige Stadt

Was ist eine nachhaltige Stadt? Viele Grünflächen, ein gut ausgebautes Radwegenetz, nachhaltiges Bauen, eine effiziente Energieversorgung oder ein durchdachtes Abfallentsorgungssystem: Das Leben in der Stadt lässt sich auf vielen Wegen klima- und umweltfreundlich gestalten. Einige europäische Metropolen gehen bereits mit gutem Beispiel voran und punkten mit innovativen Ideen als nachhaltige Stadt. Im Folgenden stellen wir sie vor:

Oslo: eine nachhaltige Stadt der besonderen Art

Zug in Norwegen

Willkommen im kühlen Norden und in Europas Umwelthauptstadt 2019! Oslo, Norwegens schnell und stetig wachsende Hauptstadt, zeichnet sich besonders durch nachhaltig geplante Bauprojekte aus. Ein gutes Beispiel dafür ist die innovative und umweltfreundliche Architektur des Viertels Vulkan, dessen Bürogebäude-Fassaden mit Solarpanelen bestückt sind und das seine Energie aus lokalen, rund 300 m tiefen Geothermal-Quellen bezieht. 

Weitere Gründe für die Europäische Kommission, den „European Green Capital Award“ dieses Jahr der norwegischen Hauptstadt zu verleihen: Oslo setzt verstärkt auf ein autofreies Stadtleben; Parkplätze wurden ersetzt durch mehr Raum für Radwege, Bänke und Grünflächen. Auch im Kleinen helfen Initiativen und Projekte von privaten Unternehmen, die Stadt nachhaltiger zu gestalten. So kannst du in Oslo z.B. viele Restaurants finden, die mit regionalen, ökologisch angebauten Zutaten kochen.

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Reykjavik: die grünste Hauptstadt Europas

Nachhaltige Stadt Reykjavik Neben Oslo beweist auch die isländische Hauptstadt Reykjavik, dass der Norden Europas derzeit in punkto Nachhaltigkeit die Nase vorn hat. Reykjavik ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „grüne Stadt“, unter allen europäischen Hauptstädten weist sie die meisten Grünflächen auf! Auch im Energiesektor kommt dem Thema Umwelt große Bedeutung zu. Alle Häuser Reykjaviks werden mit Erdwärme beheizt und mit Strom aus umweltschonender Wasserkraft versorgt.

Ein durchdachtes Recyclingsystem hält die Müllberge der Stadt klein.  Für die Zukunft hat sich Reykjavik noch ehrgeizigere Ziele gesetzt − bis 2040 sollen gar keine Klimaemissionen mehr verursacht werden! Um die Vision, die erste komplett CO₂-neutrale Stadt zu werden, Realität werden zu lassen, sollen u.a. der öffentliche Verkehr ausgebaut und alle Fahrzeuge bis 2014 mit erneuerbaren Energien angetrieben werden.

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Wien: Innovationen für mehr Lebensqualität

nachhaltige Stadt Wien Auch im deutschsprachigen Raum hat sich eine Menge getan. 1999 beschloss die Stadt Wien ihr ambitioniertes 10-Jahres-Projekt „Umweltmusterstadt Wien“ − und erreichte die Ziele bereits 2006! Ob Nutzung nachhaltiger Energiequellen, Hochwasserschutz oder das Reduzieren von Lebensmittelabfällen und Treibhausgasen: Wien nimmt heute in Europa eine Spitzenposition in punkto Klimaschutz ein. Hervorzuheben sind außerdem die sehr gute Trinkwasserqualität und das ausgezeichnete Radwegenetz in Wien.

Mit der 2011 gegründeten Initiative „Smart City Wien“ sollen nun Wiens Stärken kontinuierlich ausgebaut werden. Viele kleine Projekte tragen überall zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Im Sommer 2019 beispielsweise sorgten Sprüh- und Nebelduschen sowie mobile Wasserspiele in vielen Parks für kleine Erfrischungen an heißen Tagen. Wenn du Wien zwischen März und Oktober besuchst, pack auf jeden Fall eine Trinkflasche mit ein, denn du kannst dich an rund 1.000 Trinkbrunnen kostenlos mit Frischwasser versorgen.

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Kopenhagen: lebendige Fahrradstadt

nachhaltige Stadt Kopenhagen Regelmäßig fällt beim Thema nachhaltige Stadt auch der Name Kopenhagen. Das hat viele Gründe: Europas Klimahauptstadt 2014 ist ein wahres Paradies für Radfahrer*innen. Rund 50 % der Kopenhagener nutzen, dank des hervorragend ausgebauten Radwegenetzes und kostenloser Fahrradverleihe, den Drahtesel regelmäßig für ihren Arbeitsweg. Mehr noch, das Rad ist in Kopenhagen als Verkehrsmittel so beliebt, dass sogar Fahrradschnellstraßen fest zum Stadtbild gehören.

Auch Kopenhagens ÖPNV lässt kaum Wünsche offen und wird daher sowohl von Einwohnern als auch Besuchern gern und viel genutzt. Vielerorts ist das Fehlen von E-Tankstellen Grund für eine schwache Entwicklung von Elektromobilität, nicht so in Kopenhagen! Nach Ladestationen bzw. für Elektroautos reservierte Parkplätze musst du nie lange suchen. Übrigens, auch die dänische Hauptstadt hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 komplett CO-neutral werden!

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Hamburg: die vielleicht nachhaltigste Stadt Deutschlands

nachhaltige Stadt Hamburg Die Hansestadt Hamburg hat sich in den letzten Jahren in eine nachhaltige Stadt mit Initiativen in vielen Bereichen des täglichen Lebens verwandelt. Auch die Ziele der norddeutschen Metropole sind ambitioniert: Um 80 % soll der CO-Ausstoß bis 2050 sinken.

Im Zentrum steht dabei nachhaltige Mobilität in der Stadt − vom Ausbau des Netzes von Leihfahrrädern und E-Bikes über Carsharing bis hin zum Fördern des Schienenverkehrs. Schon jetzt gibt es in Hamburg überdurchschnittlich viele umweltfreundliche Berufspendler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit kommen. Ein gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen in Hamburg ist die klimafreundliche Architektur im neuen Stadtteil HafenCity. Auch Urban-Gardening-Projekte im städtischen Raum werden immer beliebter. 

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Stockholm: Vorreiter für nachhaltiges Bauen

nachhaltige Stadt Stockholm Zurück nach Skandinavien: Stockholm wurde im Jahr 2010 als erste Stadt von der Europäischen Kommission mit dem Titel Umwelthauptstadt ausgezeichnet. Seit den 1990er Jahren gelang es Stockholm, große Fortschritte beim Thema nachhaltiges Bauen zu machen. Verschmutzte Industriegebiete wurden so zu energieeffizienten Wohn- und Geschäftsvierteln. Vorzeige-Bauprojekte in Stockholm sind z.B. die Siedlungen Royal Seaport (Norra Djurgårdsstaden) und Hammarby Sjöstad, die mit hohen Auflagen zur Müllverwertung und Energieproduktion errichtet worden.

Punkten kann Stockholm als nachhaltige Stadt auch besonders im Bereich Energiegewinnung − von Biomasse statt Kohle als Energiequelle über die Energiegewinnung aus Abwasser und Haushaltsabfällen bis hin zu neu entwickelten Solarzellen. Das Engagement der Stockholmer für Nachhaltigkeit hört übrigens auch bei den Feiertagen nicht auf. So verwandeln sich ausrangierte Weihnachtsbäume in Düngemittel und Biokraftstoff.

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Amsterdam: nicht nur romantisch, sondern auch nachhaltig

nachhaltige Stadt Amsterdam Noch eine europäische Fahrradhauptstadt: Auch zwischen den Grachten Amsterdams gehören Zweiräder fest zum alltäglichen Bild − 600.000 Fahrräder gibt es in Amsterdam! Auf dem exzellent ausgebauten Radwegenetz der Stadt werden diese oft und gern genutzt. Stolze 32 % beträgt der Anteil der Räder am Straßenverkehr der niederländischen Metropole. Insgesamt legen die Amsterdamer Radler jeden Tag 2 Millionen Kilometer Strecke zurück.

Amsterdams Bemühungen, den CO₂-Ausstoß zu verringern, beschränken sich nicht auf die ikonischen Fahrräder − so wird beispielsweise auch der Müll in der Grachtenmetropole vom Elektro-LKW abgeholt. Und obwohl viele der Häuser schon älter sind, besitzen die meisten von ihnen hocheffizient gedämmte Dächer.

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London: eine nachhaltige Stadt für die Olympischen Spiele

nachhaltige Stadt London „Dirty Man of Europe“ war der Spitzname Großbritanniens während der 1970er Jahre, da sich das Land an keinerlei Umweltstandards hielt. Ein Umdenken setzte erst nach und nach mit dem EU-Beitritt ein. Im Zuge der Kandidatur für die Olympischen Spiele 2012 machte die britische Hauptstadt London dann eine noch größere Veränderung durch. London 2012 sollten die ersten wirklich nachhaltigen Olympischen Spiele der Geschichte werden!

Mehrere hundert Millionen Euro investierten die Londoner dazu in energieeffizientes und nachhaltiges Bauen und die Infrastruktur. Im Osten der Stadt wurde sogar ein kompletter Stadtteil so umgestaltet, dass die intelligente Bauweise eine langfristige Nachnutzung ermöglicht!

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