Die 30 schrägsten Ostertraditionen Europas von A bis Z

Ostereier suchen - eine der Ostertraditionen in Europa

Begrabene Heringe, Eier auf dem Dachboden und fliegende Glocken – wir haben auf der Suche nach den spannendsten Ostertraditionen in Europa Erstaunliches zutage gefördert! Lass dich überraschen, wie kurios und witzig andere Länder Ostern feiern. In unserer Liste der schrägen Ostertraditionen fehlt übrigens auch Deutschland nicht, denn mal ehrlich: Ein Hase, der bunt bemalte Eier versteckt, ist zur Feier der Auferstehung Jesu Christi auch nicht wirklich selbsterklärend …

Viel Spaß bei unserer internationalen Oster-Rundschau!

Ostertraditionen in Europa

Bulgarien

  • Ein Land sieht rot: In Bulgarien werden alle Eier, stellvertretend für das Blut von Jesus Christus, rot gefärbt! Versteckt werden sie auch nicht, stattdessen an die Kirchenmauern geworfen – wessen Ei dabei nicht platzt, dem sollen im kommenden Jahr Gesundheit und Erfolg beschieden sein. Klingt wie eine ziemliche Herausforderung …
  • Vor dem Eiermassaker steht jedoch eine Art Segnung: Die älteste Frau des Haushalts streicht mit dem ersten roten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht, um ihnen Gesundheit und Stärke zu verleihen.

Dänemark

  • Dänische Kinder basteln schon seit Jahrhunderten zu Ostern einen „Narrenbrief“ (Gækkebrev), den sie, ohne Unterschrift, ihren Eltern überreichen. Schaffen diese es nicht, den geheimnisvollen Absender zu erraten, kostet das ein Schokoladenei.

Deutschland

  • Fruchtbarkeit? Hase! Ostern geht in Deutschland nicht nur auf christliche Wurzeln zurück, ursprünglich war es ein heidnisches Fest zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara und des ihr zugeordneten Tieres, dem Hasen. So kommt es, dass Ostern der Osterhase Überbringer all der Süßigkeiten und Ostereier ist. Die Eier stehen dabei ebenso für Fruchtbarkeit und Leben.
  • Verstecken: Allzu lange kennt man den Osterhasen in Deutschland übrigens noch nicht, auch Kuckuck, Fuchs, Storch oder „Ostervogel“ waren schon für die Eier zuständig. Da die fliegenden Eierboten hart gekochte Eier und Süßes einfach willkürlich über Gärten und Feldern abwarfen, entstand der Brauch des Eiersuchens und mittlerweile -versteckens.

Finnland

  • Vorsicht vor finnischen Freunden! Am Palmsonntag zieht man sich in Finnland gegenseitig liebevoll eins mit der Birkenrute über, zur Erinnerung an die Palmwedel, mit denen Jesus beim Einzug in Jerusalem begrüßt wurde.
  • Ostersonntag sollen die finnischen Kinder so laut sein wie möglich, ziehen mit allem, was Krach macht, durch die Straßen und verscheuchen den Winter und die dunkle Jahreszeit.

Frankreich

  • Auch Kinder in Frankreich suchen nach Süßigkeiten, für die ist jedoch kein Osterhase verantwortlich, sondern es sind die Kirchenglocken! Die verstummen traditionell über Ostern – angeblich, weil sie über die Feiertage nach Rom fliegen, um sich dort segnen zu lassen. Die mitgebrachten Süßigkeiten (oft in Form von Fischen oder Meeresfrüchten) verlieren sie dann beim Rückflug.

Griechenland

  • Die Griechen lassen es zu Ostern krachen! Ostersamstag ist es Brauch, Keramik und Töpfe auf die Straße zu werfen – gern gefüllt mit Wasser oder Wein, das scheppert noch schöner. Ein kleiner Wettstreit ist es auch: Wer am lautesten ist, wird am meisten beklatscht.

Großbritannien

  • Am „Maundy Thursday“ verteilt die Queen Geld! Ihrem Alter entsprechend bekommen 90 bedürftige Pensionär*innen jeweils 0,90 £ in einem weißen Portmonee.
  • In England werden Weidenkätzchenzweige gesammelt, mit denen sich die Menschen gegenseitig berühren – es soll Glück bringen.

Irland

  • Heringsbegräbnisse: Da die fettigen Fische in der Fastenzeit häufig auf dem Speiseplan standen, werden sie zu Ostern, an deren Ende, erleichtert entsorgt und feierlich begraben.
  • Um Ostern herum kann man in Irland häufig Tanzwettbewerbe auf den Straßen erleben! Der Sieger bekommt einen Kuchen.

Island

  • Die Isländer haben die größten! Besonders große Eier (aus Schokolade), die mit Süßigkeiten und einem weisen Spruch gefüllt sind. Ihr Gewicht schwankt zwischen 200 und magenverrenkenden 1500 g!

Italien

  • Feierliche Prozessionen, bei denen lebensgroße Figuren durch die Gegend getragen werden, sind in Italien zu Ostern an der Tagesordnung. In Rom gehört zudem der Besuch der Papstmesse auf dem Petersplatz fest zum Programm.

Lettland

  • Wer sich am Ostermorgen auf eine Schaukel in Lettland setzt, hat‘s gut: Das soll fruchtbar machen und gesunde Babys zur Folge haben – obendrein schützt es angeblich auch das ganze Jahr über vor Mückenstichen. Nice!

Niederlande

  • Ostermontag? Zeit, Möbel zu kaufen! Zumindest in den Niederlanden gehört das fest zu den Ostertraditionen, hier bilden sich vor den Möbelhäusern regelmäßig rekordverdächtig lange Schlangen.

Österreich

  • Gründonnerstag wird in Österreich ziemlich wörtlich genommen: Mit Spinat, Brokkoli oder Petersilie wird hier auf jeden Fall etwas Grünes gegessen.
  • Wer ein am Gründonnerstag gelegtes Ei ergattert, hat Glück! Es wehrt Unheil ab und wird noch heute als Feuerschutz in den Dachboden gelegt.

Polen

  • Ostermontag gibt es „Smigus Dyngu“, dabei gedenkt man der Taufe von Mieszko I. im Jahr 966. Die symbolischen Taufen können auch gerne mal zu einer Jagd mit dem Wassereimer ausarten.

Rumänien

  • Ostern, das riecht in Rumänien nach Seife: Ostern wird das Haus geputzt, sich gebadet und neue Kleider angezogen! Anschließend trifft man sich nachts mit Kerzen in der Kirche.

Schweden

  • Und wir dachten, der Hase wäre ungeeignet – in Schweden bringen Küken die Ostereier!
  • Schwedische Kinder verkleiden sich zu Ostern als Hexen und ziehen von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor …

Schweiz

  • Die Schweiz ist ein wahres Mekka der schrägen Ostertraditionen! Im Wallis etwa schlagen gelenkige Schweizer 3 Purzelbäume, andere versuchen in einem Wasserbecken die Spiegelung von Sonnenstrahlen einzufangen.
  • In Zürich gibt es zu den Ostern den Brauch, dass ein Kind ein Ei festhält, während ein Erwachsener versucht, eine Münze so zu werfen, dass die darin stecken bleibt. Schafft er es nicht, gehören Ei und Münze dem Kind.

Slowakei

  • Ostern in der Slowakei geht relativ feuchtfröhlich vonstatten, Mädchen und Frauen werden mit kleineren oder größeren Mengen Wasser bespritzt. Die Idee scheint zu sein, die Kraft des Wassers auf die Geliebte zu übertragen.

Spanien

  • Im traditionell spanischen Ostergebäck steckt ein ganzes Ei samt Schale, das schlägt man einem Freund am Kopf auf, bevor man es isst.
  • Schon die Woche vor Ostern ist in Spanien heilig – und kann ganz schön unheimlich werden. In dieser Zeit finden zahlreiche Prozessionen statt, in denen verhüllte Gläubige große Statuen durch die Straßen tragen und dazu Klagelieder singen.

Tschechien

  • Ostern setzt es was: Mädchen bekommen in Tschechien zu Ostern leichte Hiebe mit einer geflochtenen Weidenrute – im Namen von Jugend und Gesundheit! Die Jungen hingegen bekommen ein Osterei und ein buntes Band.

Ungarn

  • Ostern heißt auf Ungarisch „húsvét“ – „Fleisch nehmen“, da hier die Fastenzeit endet und man wieder Fleisch essen darf. Viele Menschen tragen sogar ihr Essen in die Kirche, um es vor dem Essen segnen zu lassen!
  • Auch in Ungarn werden Frauen und Mädchen am Ostermontag „gegossen“, damit sie blühen und gedeihen. Früher nutzte man dazu gleich eimerweise Wasser, mittlerweile reicht ein sanftes Spritzen, teils sogar mit Parfum. Zum Dank (!) bekommt der Mann anschließend ein rotes Osterei.

Ostertraditionen weltweit: 3 Highlights

Australien

Ein Schokoaden-Bilby - Australiens Antwort auf den Osterhasen

  • Nix Osterhase: Der wurde in Australien abgeschafft, da er zur Landplage wurde. Stattdessen drehen sich australische Ostertraditionen nun um den Bilby, ein einheimisches Beuteltier, das dem Hasen recht ähnlich ist. Die Einkünfte aus dem Verkauf von Schokoladen- oder Plüsch-Bilbys fließen teils in Tierschutzprojekte zur Rettung des gefährdeten Osterboten.

Haiti

  • Karfreitag steigen kunstvolle Papierdrachen auf, die die Kinder zuvor lange und aufwendig gebastelt haben.
  • Oster-Raras, Prozessionen mit rhythmischer Musik und Lärm, beginnen vor dem Haus eines Zauberers und sollen böse Dämonen herbeirufen. Nicht verscheuchen, rufen!

Philippinen

  • Zu Ostern halten Eltern auf den Philippinen ihre Kinder traditionellerweise am Kopf fest und heben sie hoch – dadurch sollen sie besser wachsen.

Bei schrägen Ostertraditionen bist du jetzt up to date – rund um das Thema Ostern haben wir aber noch mehr spannende Beiträge für dich! Komm zum Beispiel auf Ideen, wozu sich die Feiertage sonst noch nutzen lassen. Mehr Inspiration zu deinen kommenden Reisen findest du zudem hier!

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