Urlaub ohne Plastikflaschen? So klappt‘s

Urlaub ohne Plastikflaschen

Plastikfrei leben ist schon zu Hause nicht einfach, im Urlaub aber stoßen selbst hartgesottene „Zero Waste“-Verfechter an ihre Grenzen. Eine besonders große Hürde ist dabei der Verzicht auf Plastikflaschen auf Reisen – dieser scheinbar beste Weg zu gutem Trinkwasser hinterlässt schnell einen beachtlichen Müllberg. Wir haben uns umgehört, was du tun kannst, um dem plastikfreien Urlaub durch die Vermeidung von Einwegflaschen ein ganzes Stück näher zu kommen!

Das Problem:

Während in Deutschland Wasser in Plastikflaschen zwar im Grunde überflüssig ist, da das Leitungswasser meist besser ist als Wasser in Flaschen, können die PET-Flaschen zumindest problemlos recycelt werden. Gerade in südlichen Ländern und in Drittweltstaaten sieht das ganz anders aus – hier ist eine leere Wasserflasche ganz einfach dauerhaft Müll. Obendrein beanspruchen sowohl die Herstellung als auch der Transport der Wasserflaschen jede Menge Ressourcen (das gilt übrigens auch hier).

Das geht auch anders! Für jeden Topf bzw. Wasserbedarf gibt es mittlerweile einen Deckel in Form einer praktikablen Lösung. Um für deinen Urlaub den besten Weg zu finden, auf Plastikflaschen zu verzichten, beantworte einfach diese beiden Fragen – die Antworten führen dich dann zu den für dich besten Lösungen:

Frage 1: Kannst du das Leitungswasser vor Ort direkt trinken?

Auf Leitungswasser umzusteigen, ist für die Vermeidung von Plastik-Wasserflaschen mit Abstand am einfachsten – viele Urlauber trauen sich das aber nicht. Wie vertrauenswürdig das Leitungswasser an deinem Reiseziel ist, lässt sich herausfinden: Einen Überblick kannst du dir hier verschaffen; diese Seite weiß es, mit (leider scheinbar nicht mehr ganz aktuellen) Angaben für die meisten Städte und spezifischen Wasserdetails, noch genauer.

Ja?

Dann brauchst du eigentlich nur noch 1 oder 2 gute Wasserflaschen, die du im Hotel, in deiner Ferienwohnung oder unterwegs wieder auffüllen kannst. Mehr dazu unten bei den Tipps!

Perfekt für dich: Lösung 1!

Nein?

Dann müssen wir noch etwas genauer werden mit

Frage 2: Machst du drinnen oder draußen Urlaub? 

Drinnen? Dann kommst du eigentlich immer an klares Wasser und kannst Wasseraufbereitungsmethoden, die das Wasser grob von Schwebstoffen filtern, getrost beiseitelassen. Konzentriere dich daher auf:

  • Abkochen (Lösung 2) – bei gutem Wassergeschmack
  • Tabletten (Lösung 3) – wenn der Geschmack nicht so wichtig ist
  • mechanische Wasserfilter (Lösung 4) – wenn du sicher sein willst, dass das Wasser gut schmeckt

Draußen? Beim Campen oder Wandern solltest du auf wirklich alles vorbereitet sein; jetzt brauchst du eine Wasseraufbereitungsmethode, die auch mit trübem Wasser zurechtkommt. Für dich heißt das:

  • Abkochen (Lösung 2), Tabletten (Lösung 3) oder UV-Wasserentkeimer (Lösung 5) – wenn der Geschmack nicht so wichtig ist
  • Mechanische Wasserfilter (Lösung 4) – wenn du sicher sein willst, dass das Wasser gut schmeckt

Urlaub ohne Plastikflaschen – so geht’s

Lösung 1: Wasserflaschen mitnehmen

Als ideal gelten Glasflaschen, da sie sich dauerhaft hygienisch reinigen lassen. Wasserflaschen aus Glas wiegen allerdings einiges, Edelstahl-Flaschen sind leichter und zudem meist hitzeresistenter (gut zum Abkochen direkt in der Flasche). Und ja, auch gute, dauerhafte Wasserflaschen aus Plastik gibt es – es fällt uns nur gerade schwer, sie als Alternative zu Plastikwasserflaschen zu empfehlen 😉

 

Lösung 2: Wasser abkochen

Der einfachste, aber energieaufwendige Weg zu trinkbarem Wasser ist das Abkochen: Bist du etwa auf Höhe des Meeresspiegels, reichen 3 Minuten sprudelndes Kochen, um die allermeisten Keime abzutöten – für je 150 Höhenmeter solltest du eine Minute mehr rechnen.

Vorteile:

  • sehr kostengünstig, kein besonderes Equipment nötig (also auch kein Extramüll)
  • einfach
  • sicher: beseitigt Viren, Pilze und Bakterien so gut wie ausnahmslos

Nachteile:

  • energieaufwendig
  • Geschmack wird nicht verbessert
  • dauert inklusive Abkühlen etwas
  • hilft nicht bei Schwermetallen, Salzen und weiteren Schadstoffen

 

Lösung 3: Tabletten oder Tropfen

Klares Wasser kannst du mit Tabletten oder Tropfen, die Halogen oder Jod enthalten, von sämtlichen Erregern befreien.

Vorteile:

  • minimales Gepäck notwendig, sehr wenig extra Müll
  • einfache Handhabung
  • sehr gute Keimabtötung
  • Wasser lässt sich anschließend lange aufbewahren

Nachteile:

  • der Wassergeschmack leidet (es sei denn, du fügst noch weitere Tabletten gegen den Chlorgeschmack hinzu)
  • hilft nicht bei Schadstoffen
  • nur für klares Wasser
  • leichte Wartezeit von etwa 10 Minuten

 

Lösung 4: Mechanische Wasserfilter

Mechanische Wasserfilter filtern und reinigen das Wasser meist mittels Aktivkohle, teils im Komplett-Einweg-Set und teils mit Ersatzfiltern. Ein Beispiel ist LifeStraw:

Vorteile:

  • sehr klein und leicht (in der Strohhalm-Variante)
  • für ausnahmslos jedes Wasser geeignet
  • verbessert den Geschmack
  • filtert Trübungen und Wasserverunreinigungen heraus
  • entfernt die meisten Krankheitserreger und viele Schadstoffe (Chemikalien, Schwermetalle)
  • kein Strom, keine Ersatzteile nötig

Nachteile:

  • filtert nur begrenzte Menge an Wasser (etwa 1000 l)
  • in der Strohhalm-Variante ist der Einsatz teils etwas akrobatisch
  • hauptsächlich zum Vor-Ort-Trinken – auch bei der Variante mit Flasche (da diese Kunden zufolge nicht wasserdicht ist)
  • Verschleiß: Mit einem Wasserfilter sparst du viel Müll ein, kannst aber nicht alles vermeiden.

 

Lösung 5: UV-Wasserentkeimer

UV-Wasserentkeimer eignen sich nur für klares oder überwiegend klares Wasser, kommen dafür aber ohne Filter aus. Durch das Bestrahlen des Wassers mit UV-Licht werden Bakterien, Mikroorganismen und andere Krankheitserreger abgetötet. Ein Beispiel ist der SteriPen:

Vorteile:

  • handlich
  • einfache Handhabung und pflegeleicht
  • sehr lange haltbar/benutzbar
  • sicher: entfernt 99,9 % aller Kleinstlebewesen
  • schnell: 0,5 Liter in etwa 45 Sekunden
  • fügt keinen chemischen Geschmack hinzu

Nachteile:

  • nur für klares oder höchstens leicht getrübtes Wasser
  • keine Hilfe bei Schadstoffen
  • verbessert den Geschmack nicht
  • braucht Strom
  • relativ hohe Anschaffungskosten

Du siehst: Dem plastikfreien Urlaub kann man auf verschiedenen Wegen ein ganzes Stück näherkommen, denn Plastik-Wasserflaschen lassen sich eigentlich immer vermeiden – wenn unter Umständen auch mit einigem an Aufwand und/oder Kosten. Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, die für deinen Urlaub beste Lösung zu finden!

Übrigens: Plastikfrei bzw. plastikarm Urlaub machen hört nicht bei Wasserflaschen auf! Weniger Müll fällt zum Beispiel auch an, wenn du wiederverwendbare Stoffbeutel, Tupperdosen, feste Seife sowie festes Shampoo, Essbesteck für unterwegs und vielleicht einen Glasstrohhalm mit im Reisegepäck hast. Halt auch Augen und Ohren offen für unsere nächsten Posts zum Thema!

Mehr nützliche Informationen zum Thema „Zero Waste im Urlaub“ bzw. „Nachhaltig reisen“ findest du in unseren Tipps zum umweltfreundlichen Reisen. Und bevor du dich zum Urlaub ohne Plastikflaschen aufmachst, interessiert dich vielleicht auch, wie umweltfreundlich dein Verkehrsmitteln eigentlich genau ist!

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