Weihnachtstraditionen in Europa − von besinnlich bis verrückt

Weihnachten in Europa

Weihnachten steht vor der Tür, wie jedes Jahr bringt das Fest der Liebe Familien unter dem Tannenbaum zusammen, um Weihnachtstraditionen zu pflegen. Man besucht Verwandte, schlemmt beim Weihnachtsessen und am Heiligabend gibt es die Bescherung − so die typischen Weihnachtstraditionen in Deutschland. Doch wie sieht Weihnachten in Europa aus? Welche Unterschiede gibt es in unseren Nachbarländern? Im Folgenden erfährst du mehr über alte Bräuche und verrückte Weihnachtstraditionen. 

Spanien

Wer verrückte Weihnachtstraditionen erleben möchte, muss gar nicht so weit reisen. Genau wie bei uns ist Weihnachten in Spanien ein wichtiges Familienfest, doch einige Weihnachtstraditionen der Iberer werden dir spanisch vorkommen! Während der Adventszeit gehört etwa Tió de Natal zur spanischen Familie − ein Holzscheit, der mit 2 Beinen, einem fröhlichen Gesicht und einer roten Kappe geschmückt wird. Dieser wird von den Kindern mit Trockenfrüchten und Nüssen „gefüttert“. Damit er „warm bleibt“, wird Tió de Natal außerdem in eine Decke gehüllt, unter der artige Kinder dann an Heiligabend (Buena Noche) kleinere Geschenke finden. 

Erwachsene brauchen am 24. Dezember ein wenig Glück, um ein Geschenk zu ergattern. Nach dem Festessen ziehen alle Familienmitglieder aus der Urne des Schicksals, einer Tombola, die neben kleinen Präsenten auch Nieten enthält. Die eigentliche Bescherung gibt es traditionell erst am 6. Januar. Weihnachten in Spanien wird übrigens durch eine eher moderne Weihnachtstradition eingeläutet. Seit 1812 verfolgen die meisten Spanier*innen am Vormittag des 22. Dezember die Ziehung der Weihnachtslotterie (Sorteo extraordinario de Navidad), bei der jedes Jahr die größte Gewinnsumme der Welt eine*n glückliche*n Besitzer*in sucht. 

Weihnachten in Russland

Russland

Weihnachtstraditionen in Russland unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht vom restlichen Europa. Da im größten Land der Welt nicht der gregorianische, sondern der julianische Kalender gilt, fällt Heiligabend (Sochelnik) nicht auf den 24. Dezember, sondern auf den 6. Januar. Bevor die Familie an Weihnachten zu einem Festschmaus zusammenkommt, wird in Russland traditionell wird 40 Tage gefastet. 

Klingt, als müssten russische Kinder viel Geduld und Durchhaltevermögen beweisen? Keineswegs, die Bescherung, wie wir sie kennen, findet bereits am Silvesterabend statt. Jedoch kommt am letzten Tag des Jahres nicht der Weihnachtsmann zu Besuch: Väterchen Frost (Ded Moroz) schneit zusammen mit seiner Enkelin Snegurotschka herein, um artige Kinder zu beschenken.

Island

Auch die Vulkaninsel Island hat allerlei verrückte Weihnachtstraditionen zu bieten. Das isländische Weihnachtsfest Yule (Jól) geht auf das traditionelle Lichterfest am kürzesten Tag des Jahres zurück, deshalb lassen sich die Weihnachtstraditionen in Island heute als eine bunte Mischung aus Religion und Folklore beschreiben. Wie in vielen anderen europäischen Ländern kommt die Familie an Heiligabend zu einem gemütlichen Weihnachtsessen und einer Bescherung zusammen. 

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu Weihnachten im restlichen Europa: Isländische Kinder werden schon ab dem 11. Dezember beschenkt! Die Yulemen (Jólasveinar), 13 trollartige Weihnachtsgesellen, besuchen in den 13 Tagen vor dem Weihnachtsfest die Familien, und zwar einer nach dem anderen. Jeden Tag kommt einer der lustigen, nach einer Charakteristik benannten Trolle (z.B. Knirps, Kochlöffellecker, Türzuschlager) zu Besuch und versteckt, je nach Betragen, entweder kleine Geschenke oder faule Kartoffeln in den Schuhen der Kinder. 

Weihnachten in Italien

Italien

Auch italienische Kinder können sich in der Weihnachtszeit nicht gerade über zu wenig Aufmerksamkeit beschweren, denn gefeiert und beschenkt wird ganze 4 Mal! Los geht’s am Morgen des 6. Dezember, dem Nikolaustag (Santa Nicola), an dem Kinder kleine Präsente vor ihrer Schlafzimmertür finden. Das zweite weihnachtliche Highlight folgt am 13. Dezember und ist der Botin des Lichts gewidmet: Zum Luciafest (Santa Lucia) genießt die Familie gemeinsam die traditionelle Süßspeise Torrone dei poveri. 

Das eigentliche Weihnachtsfest beginnt in Italien am 24. Dezember mit mehreren von der Engelsburg abgefeuerten Kanonenschüssen. Danach kommt die Familie zu einem Abendessen zusammen und zieht, ähnlich wie in Spanien, aus einer Tombola. Auf die Bescherung und den Segen des Papstes müssen sich die Italiener*innen jedoch bis zum 25. Dezember gedulden. Die Feierei ist damit allerdings noch nicht vorbei, denn Weihnachten in Italien endet erst am 6. Januar. Die letzte der Weihnachtstraditionen dreht sich um die gute Hexe La Befana, die nachts durch den Schornstein kommt und (un)artigen Kindern eine kleine Überraschung bzw. ein Stück Kohle dalässt. 

Niederlande

Eine alternative Art der Fortbewegung hat der niederländische Weihnachtsmann Sinterklaas für sich entdeckt. So kommt er nicht mit einem Rentierschlitten angeflogen, sondern bewegt sich, wie es sich für eine Seefahrer-Nation gehört, auf dem Wasser fort und legt mit einem Dampfschiff voller Geschenke an. Von Stadt zu Stadt gelangt er dann auf einem weißen Pferd namens Amerigo. Schneller ist der holländische Sinterklaas auf diese Art allemal, denn die Geschenke werden in Holland bereits am 5. Dezember verteilt. Der 24. Dezember heißt Kerstavond und wird als ein gemütlicher Tag mit einem aus Truthahn, Rouladen oder Raclette bestehenden Festessen im Kreise der Familie verbracht. 

Weihnachtstraditionen in Österreich

Österreich 

Gruselig statt besinnlich könnte die Adventszeit in den österreichischen Alpen werden, wenn man auf Krampus, den bösen Begleiter des Nikolaus, trifft. Beide sind in der Nacht zum 6. Dezember unterwegs. Doch während der Nikolaus brave Kinder mit Mandarinen, Nüssen oder Schokolade beschenkt, bestraft der gehörnte Krampus die bösen, indem er sie in einen Sack steckt und entführt. 

Norwegen

Die Angst vor bösen Gestalten spielt auch in Norwegen eine Rolle: Eine der eher verrückten Weihnachtstraditionen ist das Verstecken aller Besen am sichersten Platz des Hauses. Hexen und andere bösartige Wesen, die am Heiligabend unterwegs sind, sollen so daran gehindert werden, ein Fortbewegungsmittel zu finden, auf denen sie reiten können. 

 

So unterschiedlich Weihnachten in Europa auch ausfallen kann, eine der schönsten Weihnachtstraditionen ist fast überall beliebt − die Weihnachtsmärkte. Unsere Top 10 der klassischen und besonderen Weihnachtsmärkte stellen wir dir in diesem Post vor. Falls du dem Weihnachtstrubel doch lieber entfliehen möchtest, dann lass dir unseren Post rund um Tipps und Reiseziele für Weihnachtsmuffel auf keinen Fall entgehen!

 

 

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