Mit dem Zug Österreich entdecken: Das solltest du wissen!

Zug in Österreich

Du fährst zum ersten Mal in Österreich Zug? Auch, wenn die Alpenrepublik in punkto Bahnfahrt große Ähnlichkeit mit Deutschland hat, gibt es doch einige wichtige Unterschiede. Du wusstest bislang nicht, was die Fahrkarte vom Fahrschein unterscheidet und wieso die Bahnhofsgleise alle so leer sind? Dann warten hier sicher einige Aha-Momente! Vorhang auf für die beste Vorbereitung dafür, mit dem Zug Österreich zu entdecken!

Mit dem Zug durch Österreich:

Tickets

Freie Auswahl: Abgesehen von günstigen Angeboten wie der schon für 9 € erhältlichen, zuggebundenen Sparschiene lässt dir das Standard-Ticket der ÖBB (es heißt auch wirklich „Standard-Ticket“) die freie Wahl – es gilt uneingeschränkt für eine Strecke und alle darauf fahrenden Züge, du hast sogar ganze 2 Tage Zeit, deine Zugfahrt zurückzulegen.

Achtung, Kontrollgebühr! Bist du in einen Nahverkehrszug der ÖBB eingestiegen und hast es vorher nicht geschafft, online (etwa mit unserer App), am Ticketschalter oder Automaten eine Fahrkarte zu kaufen, wird das meist teuer: Zusätzlich zum Ticketpreis musst du eine „Kontrollgebühr“ von 105 € drauflegen – und wer die nicht sofort bar bereit hat, zahlt noch einmal 30 € Bearbeitungsgebühr extra. Gab es an dem Bahnhof aber keinen Schalter oder Ticketautomaten und du gehst sofort nach dem Einstieg zum Begleitpersonal, kostet dein Bahnticket auch im Zug nur den normalen Preis.

Züge

Mit 8 Fernverkehrs-Zugarten und 3 Zuggattungen für den Nahverkehr hast du beim Zugfahren in Österreich mehr Auswahl. Bekannt vorkommen dürften dir der Intercity-Express, der InterCity, EuroCity und der EuroNight, auch die regionalen Züge (der Regionalzug – vergleichbar unserer Regionalbahn, der RegionalExpress und die S-Bahn) halten keine großen Überraschungen bereit. Zusätzlich aber erwarten dich:

  • Railjet (RJ): Ein Hochgeschwindigkeitszug, in dem du die Wahl zwischen gleich 3 verschiedenen Klassen hast – Economy, Business und First. Der Railjet verkehrt sowohl zwischen Budapest und München als auch zwischen Wien und Zürich sowie zwischen Wien und Villach.
  • Railjet 2: Die Fortsetzung des Railjets ist eine Kombination aus Tages- und Nachtreisezug und ab 2019 überwiegend auf den Strecken in Österreichs Nachbarländer unterwegs.
  • ÖBB Nightjet: Der klassische ÖBB-Nachtreisezug, den du etwa von Berlin, Hamburg, Düsseldorf oder München aus nach Österreich nehmen kannst. Du hast im Nightjet die Wahl zwischen dem Sitzwagen (wobei 2 Sitze zu einer Liegefläche zusammengeschoben werden können), dem Liegewagen mit 6 Betten (gegen Aufpreis auch zu viert buchbar) oder dem höchsten Komfort im Schlafwagen für 1 bis 3 Personen. (Sowohl beim Liegewagen als auch Schlafwagen ist übrigens auch schon ein Frühstück im Fahrpreis inklusive!) Obendrein kann übrigens auch dein Auto im Zug Österreich entgegenfahren.
  • D-Zug: Da werden Erinnerungen wach! Die vor langer, langer Zeit schnellste Zuggattung weit und breit ist mittlerweile einer der langsamsten Züge geworden. Auf Schienen in Deutschland sind D-Züge mittlerweile nicht mehr anzutreffen, in Österreich aber kannst du das original D-Zug-Feeling gelegentlich noch wiederentdecken, meist in in Ostösterreich, Richtung Ungarn.

Zug durch Österreichs Berge

Bahnhöfe

Besser warten: In großen Bahnhöfen wie dem Wiener Hauptbahnhof wirst du oft erstaunlich leere Bahnsteige vorfinden – wo sind denn alle? Ähnlich wie bei Flughäfen gibt es hier Wartebereiche, in denen die Reisenden die Zeit bis zur Ankunft ihres Zugs zubringen können; auf bequemen Sitzmöglichkeiten und umgeben von diversen Monitoren mit den laufenden Informationen zum Bahnverkehr. Fährt ein Zug ein, weisen laute und verständliche Ansagen darauf hin.

Essen ≠ Umsteigen: Am Bahnsteige und dem Wartebereich ist erst mal kein Kaffee oder Imbiss in Sicht? Das liegt daran, dass die Essensmeile am Bahnhof meist getrennt vom Reiseverkehr untergebracht ist! Dadurch kommen sich eilige Umsteiger und gemütliche Päuschenmacher nicht gegenseitig in die Quere. Das tut übrigens auch dem Lärmpegel gut!

Skurriles & Interessantes

Angesagt: 30 Jahre lang wurden die meisten An- und Durchsagen auf den österreichischen Bahnhöfen von der Moderatorin und Schauspielerin Chris Lohner gesprochen, 2010 dann sollte sie durch die digitale „Petra“ ersetzt werden. Die österreichische Volksseele begehrte auf, es hagelte Proteste – jetzt wird Lohners Stimme digitalisiert und bleibt den Reisenden erhalten.

Rot & weiß: Sowohl das Logo der ÖBB als auch die Sitzbezüge in den Zügen stehen stellvertretend für die Flagge Österreichs. Also Schuhe vom Sitz im Österreich-Zug!

Hingekleckst: Apropos Logo – das bis 2004 eingesetzte ÖBB-Logo war im Volksmund als „Pflatsch“ bekannt, da es doch ziemlich an einen aufgeklatschten Tropfen oder Fleck erinnert.

Klassenlose Gesellschaft: In keinem Nahverkehrs-Zug Österreich gibt es eine 1. Klasse. Wird da nicht eigentlich die 2. zur 1.?

Fahrschein, Fahrkarte, Fahrausweis oder Ticket? In Österreich nicht das gleiche! Während die „Fahrkarte“ (zurückgehend auf die früheren Karton-Fahrscheine) für einen Bahnfahrschein steht, ist ein „Fahrschein“ in der Regel dein Ticket für die städtischen Verkehrsmittel. Der muss dann auch meist vor der Fahrt entwertet werden! „Fahrausweis“ ist als allgemeiner Oberbegriff alles zusammen, die ÖBB verwenden dafür aber auch „Ticket“.

Soviel zum Zug Österreich – aber jetzt bist du gerade erst warm geworden? Viele weitere spannende und nützliche Infos rund ums Bahnfahren findest du auch in unseren anderen Blogposts zum Thema Bahn, speziell um die Bahn in Österreich dreht sich zudem diese Seite

 

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